Mit reichlich Verspätung – wir waren ein paar Tagen in den Bergen unterwegs – kommt hier unser nächster Blog-Beitrag zum Vision Testing:

Tag 4 unserer Vision Testing-Aktion startet wieder früh am Morgen direkt nach dem Frühstück. Eigentlich dachten wir, dass wir so gut wie alle Kinder und die Mitarbeiter untersucht haben  aber es kommen immer noch mehr Kinder und auch Lehrer, die über das Wochenende nicht an der Schule waren. Uns läuft langsam die Zeit davon. Als alle Kinder untersucht waren, mussten wir aufhören, damit noch genug Zeit für den Optikerbesuch blieb. Theresa lebt in Klagenfurt und hat von ihrer Chefin Ines Hrassnig bei Optik BUFFA glücklicherweise eine Kiste mit Kinderbrillen mitbekommen. Wir waren sehr glücklich über diese Brillen (vielen Dank hierfür!). Es waren alles neue Kinderbrillen, die wirklich sehr schön sind. Da aber vor allem die größeren Kinder Brillen brauchten, konnten wir im Moment nur ca. 10 Kinder mit diesen Kinderbrillen versorgen. Auch hier haben wir uns etwas vertan, da wir bei unserer Aktion vor allem an Kinderbrillen gedacht haben,  es sich dann aber herausstellte, dass doch vor allem die Jugendlichen Brillen benötigen. Diese Erkenntnis ist für unseren nächsten Nepalbesuch im Jahre 2019 schon notiert! Mit diesen 10 Brillen konnten wir aber schon einmal die Kinder der unteren Klassen direkt an der Schule versorgen. Die restlichen 30 Kindern wurden dann in zwei Touren zum Optiker gefahren und dort ging dann die große Brillenauswahl los. Runde Brillen waren absolut im Trend und jedes Kind konnte sich doch recht schnell entscheiden. Wir waren sehr begeistert wie mühelos und zügig sich alle für eine passende Fassung entschieden haben. 3 bis 5 Kinder haben zusammen in dem sehr, sehr kleinen Verkaufsraum zeitgleich Brillen ausgesucht und der Rest hat vor dem Shop gewartet und das Treiben interessiert beobachtet. Nachdem auch für das letzte Kind eine Brille ausgesucht war, hat der Optiker das Lädchen geschlossen und wir sind zu der Werkstatt gefahren. Das war Volker und Asu doch sehr wichtig, da sie sehen wollten, wie die Brillen gefertigt werden. Theresa war leider krank und konnte nicht mitkommen. Sie hat sich in der sehr kalten und dunklen Halle,  in der wir die Kinder untersucht haben, total erkältet.

Wir hatten alle eine richtige Werkstatt vor Augen, aber auch hier wurden wir, wie so oft, überrascht. Die Werkstatt bestand aus einem Handschleifstein, der in der Ecke eines “Garagenladens” stand. Außer Handschleifstein und Scheitelbrechwertmesser gab es kaum Geräte. Einstärkengläser hatte der Optiker auf Vorrat und Volker konnte mit ihm über die Gläser, Beschichtung und Einarbeitung sprechen. Das Thema der Pupillendistanz (also Augenabstand) wurde natürlich angesprochen und es stellte sich heraus, dass hier in Nepal die Gläser einfach irgendwie eingeschliffen werden, ganz nach dem Motto: Hauptsache das Glas passt rein. Der Optiker war aber sehr interessiert an etwas Theorie und Volker hat ihm erklärt, wie man die Pupillendistanz misst und die Gläser dann entsprechend einschleift (Anm. d. Redaktion: Optische Gläser besitzen einen optischen Mittelpunkt, welcher mit der Pupillenposition übereinzustimmen hat). All das hat auch sicherlich 2 Stunden gedauert. Am Schluss haben wir ihm dann noch einen Massstab zur Augenabstandsmessung da gelassen und hoffen nun, dass die Brillen mit der richtigen Zentrierung eingeschliffen werden. Jetzt war unsere Hauptarbeit erst einmal getan und wir fuhren mit einer weiteren Erkenntnis zurück an die Schule: Die lokalen Optiker haben immensen Bedarf an theoretischem Wissen, dies haben wir ebenfalls notiert als neue Projektidee für 2019 (ihr merkt, es wird nie langweilig ;)).

Gegen 17 Uhr sind wir dann wieder zurück an der Schule. Wir haben also noch eine gute Stunde Zeit bis zum Abendessen. Der Schulhof ist leergefegt und wir finden die Kinder in den Klassenräumen. Dort wird zusammen Hausaufgaben gemacht. Wir sind doch sehr erstaunt und positiv überrascht wie ruhig alle vor sich hin arbeiten. In nur wenigen Räumen ist ein älterer Schüler, der selbst arbeitet und dabei die Kinder beaufsichtigt. Alle sind konzentriert in ihre Arbeit vertieft und ihre Arbeit wird nur kurz durch unseren Besuch unterbrochen. So besuchen wir 4 Klassenräume und in jedem erwartet uns das gleiche geordnete Bild. Zum Schluss statten wir noch den kleinen Kindern in der Pre-school einen Besuch ab. Auch hier erst geordnetes Spielen aber als wir dann den Raum betreten ist kein Halten mehr bei den Kleinen. Wir sind schnell von lachenden Kindern umringt und alle freuen sich sehr über die kleine Abwechslung und unseren Besuch. Es wird gesungen und getanzt und alle freuen sich über die Bilder und die kleinen Filmchen, die Volker macht. So haben wir uns die Zeit bis zum Abendessen vertrieben. Am nächsten Morgen fahren wir dann nach Kathmandu, um von dort aus unsere Trekkingtour durch das Langtang-Tal zu starten.