Gutes Sehen für eine bessere Zukunft – Brillen für Nepal. Eine Sehtest-Aktion in Kathmandu bei der wir Kinder vom Bright Horizon Children´s Home mit Brillen und gutem Sehen versorgen. Für mehr Informationen zu diese Aktion klicken Sie hier. Die Übersicht zu unserem Nepal-Blog finden Sie hier. 

Mit diesem letzten Blog-Eintrag möchten wir ein Fazit unserer diesjährigen Nepal-Aktion ziehen und uns ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Für Ihr Interesse an der Aktion, für zahlreiches “teilen” der Blogbeiträge, für kleine und große Spenden und natürlich für neue Patenschaften, die von Ihnen übernommen wurden.

Wertvolle Geldspenden für die Schule

Durch Ihre Unterstützung sind während unserer Initiative  “Good vision for a better future – Brillen für Nepal” bis Anfang Dezember schon über EUR 4000,– als Spenden für die Schule eingegangen. Bei uns im Laden wurden kleine Spenden abgegeben, Theresa Kummer hat über die GoFundMe-Aktion eine beachtliche Summe sammeln können und dann gab es ganz viele Spender, die direkt an den Verein gespendet haben. Da wir alle Kosten für unsere Brillen-Aktion selbst getragen haben, kommen diese Gelder jetzt den Kindern direkt zugute.

Mehr Brillen als wir gedacht hatten

Wir haben unsere Sehtest-Aktion unter das Motto “A mission for good vision” gestellt und insgesamt 42 Brillen für die Kinder angefertigt und zusätzlich 25 Brillen für die Bediensteten der Schule. Damit wurden erheblich mehr Brillen gebraucht, als wir gedacht haben. Doch das freut uns, denn wir konnten mehr Kindern helfen und die Aktion hatte einen größeren Nutzen. Sehr schön ist es, dass wir sehr gutes Feedback für unsere Arbeit bekommen, wie dieser Nachricht vom Koch der Schule.

 

Patenschaften für das Schulgeld

Ziel unserer Aktion war es, in erster Linie die Kinder mit gutem Sehen zu versorgen. Zusätzlich war es unsere Absicht, die Schule und deren Arbeit bekannt zu machen und neue Förderer zu finden. Das hat funktioniert. Vielen Dank dafür. Es macht uns sehr glücklich, dass wir zwei Vollpatenschaften und eine Patenschaft für einen Tagesschüler vermitteln konnten.

Weitere Unterstützung ist notwendig

Das alles ist sehr wertvoll. Doch zur Zeit haben fast 60 Schüler keinen direkten Paten. Das Konzept der Schule ist es, die laufenden Kosten über Patenschaften zu decken. Dabei gibt es zur Zeit jedoch eine große Lücke, die von der Gründerin, Marlies Kornfeld, von sehr großzügigen Vereinsmitgliedern und anderen Spendern gedeckt wird. Es ist jedoch viel besser, wenn die Kinder einen Paten haben. Die Patenschaft gibt den Kindern Sicherheit, schenkt Vertrauen und bringt ihnen das Gefühl, dass hier in der Welt jemand ist, dem sie etwas bedeuten und dem sie wichtig sind.

Daher möchten wir heute nochmals darum werben, sich für den Verein zu engagieren. Wir, Volker Meyer und Gabi Wutschke, stehen dafür, dass Ihre Spende ankommt und sinnvoll eingesetzt wird. Wir sind persönlich nicht nur mit Patenschaften engagiert, wir werden regelmäßig nach Nepal reisen, um die Entwicklung der Schule vor Ort zu beobachten, zu unterstützen und mit zu gestalten.

Wie können Sie helfen?

  • Einmalige Spende in beliebiger Höhe
  • Mitglied im Verein werden und jährlich Euro 50,00 oder mehr spenden ohne eine Patenschaft zu übernehmen
  • Übernahme einer Patenschaft (jährlich € 900)
  • Übernahme einer Patenschaft für einen Tagesschüler (jährlich € 500)

Spendenkonto des Vereins: Children´s Bright Horizon e.V., Nord/LB IBAN DE14 2505 0000 0152 0842 99 BIC NOLADE2HXXX

Für die Übernahme einer Patenschaft schreiben Sie bitte eine eMail an: [email protected] Für alle Fragen rund um die Organisation, für ein Feedback zu unserer Aktion und natürlich auch für Gedanken und Anregungen können Sie auch gerne uns schreiben: [email protected]

Wir möchten vorstellen:

Stellvertretend für die Kinder ohne Paten, möchten wir Ihnen hier Soni, Khim und Binod vorstellen:

Soni Sherpa –  Soni kam im April 2017 an das Bright Horizon Children´s Home und ist gerade 6 Jahre alt geworden. Soni ist Halbwaise, da der Vater verstorben ist. Ihre Mutter hat zwar eine Arbeit, doch das Geld reicht nicht aus, um die Familie zu versorgen. Wir haben Soni in der Pre-School als ein sehr aufgewecktes Mädchen kennen gelernt, die immer viel lacht und sehr lebhaft ist. Sie fühlt sich an der Schule mit den anderen Kindern offensichtlich sehr wohl, würde sich über einen Paten oder eine Patin sicherlich sehr freuen.

Khim Raj BK – Khim ist im April 2016 an das BHCH gekommen. Er kommt aus Dolpa, einem Landesteil von Nepal, in dem eine gute Schulausbildung noch nicht etabliert ist. Er ist Dalit und hat damit geringe Chancen, eine vernünftigen Schulbindung zu bekommen. Sein Vater hat kein Land und versucht den Lebensunterhalt als Straßenarbeiter zu verdienen, um die drei Geschwister zu ernähren. Auch Khim haben wir als lebhaften, sehr freundlichen Jungen kennengelernt. Er spricht schon einige Worte Englisch und würde sich natürlich darüber freuen, einen direkten Paten/Patin zu haben.

Binod Gurung – Binod kam 2015 an das BHCH.  Das Haus seiner Familie, die in Gorkha lebt, wurde bei dem großen Erdbeben im Jahr 2015 vollständig zerstört. Unter großer Not lebten sie lange Zeit im provisorischen Zelt und konnten die Kinder nicht mehr richtig ernähren. Binod hat vier Geschwister und ist jetzt 9 Jahre alt. Wir haben Binod als eher ruhiges Kind kennen gelernt, dass aber trotzdem sehr fröhlich und zufrieden ist. Durch sein verschmitztes Lächeln, hat man ihn aber schnell ins Herz geschlossen und es wäre schön, wenn er dieses Lächeln einem Paten schenken könnte.

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie zu einer Spende motivieren oder sogar zur Übernahme einer Patenschaft bewegen können. Für uns von OPTIMUM ist das Bright Horizon Children´s Home eine großartige Organisation. Gerne setzen wir uns für diese Schule mit unserem augenoptischen Wissen ein und unterstützen die Sache gerne in weiterreichender Form. Natürlich halten wir Sie über diesen Blog zu Neuigkeiten vom Bright Horizon auf dem Laufenden und berichten im nächsten Jahr wieder über unsere Erlebnisse an der Schule. Wir freuen uns schon jetzt, die Kinder, die wir durch die Sehtests intensiver kennen gelernt haben, wieder zu treffen und die Entwicklung zu beobachten.

Zum Schluss möchten wir uns noch ganz herzlich bei Thereas Kummer und Asu Rayamajhi bedanken. Ohne die Hilfe und Unterstützung von diesen beiden hervorragenden Augenoptikerinnen hätten wir die Aktion keinesfalls so erfolgreich umsetzen können. Ihr optometrisches Wissen und das feinfühlige Umgehen mit den Kindern bei den Sehtests war einfach toll. Zudem haben sich die beiden für das Land und die Organisation begeisern lassen und sind in Zukunft wieder mit dabei. Vielen Dank, liebe Theresa und liebe Asu.

Insgesamt war unsere Aktion “Good vision for a better future – Brillen für Nepal” eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Hilfsaktion, die nicht nur den Kindern durch die Versorgung mit gutem Sehen geholfen hat. Wir werden diese Aktion in die Zukunft führen.

Ihnen danken wir für Ihr Interesse und freuen uns über jeden, der das Bright Horizon Children´s Home mit unterstützt.

 

Gutes Sehen für eine bessere Zukunft – Brillen für Nepal. Eine Sehtest-Aktion in Kathmandu bei der wir Kinder vom Bright Horizon Children´s Home mit Brillen und gutem Sehen versorgen. Für mehr Informationen zu diese Aktion klicken Sie hier.  Die Übersicht zu unserem Nepal-Blog finden Sie hier. 

Nach ein paar Tagen in den Bergen kommen wir zurück an das Bright Horizon Children´s Home, um die Brillen zu verteilen. Der Augenoptiker hat nach unseren Vorgaben insgesamt 42 Brillen für die Kinder und 25 Brillen für die Angestellten der Schule angefertigt. Er hat diese Brillen tatsächlich in Handarbeit, ohne Schleifautomat, gefertigt. Die Qualität ist erstaunlich, doch Volker sieht sehr viel Verbesserungspotential. Er hat viele Ideen für das nächste Jahr, um diese Situation zu verbessern. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Brillen vernünftig anzupassen, was bei den sehr einfachen Kunststofffassungen nicht immer einfach ist.

Natürlich stellt sich die Frage, warum wir die Brillen nicht aus Deutschland mitbringen oder sogar dort fertigen lassen. Wir möchten mit unserer Aktion die Menschen in Nepal unterstützen. Somit war es klar, möglichst viel vor Ort in Anspruch zu nehmen und unser Wissen zu vermitteln. Wir wollten die Produkte und Leistungen vor Ort beziehen, um die lokale Wirtschaft zu fördern.

Den nächsten Tag haben wir genutzt, um uns einen Eindruck vom Unterricht in der Schule zu verschaffen. Da freut es uns natürlich zu sehen, wie gerne die neuen Brillen getragen werden.

Ganz besonders hat es uns gefreut, dass wir eine Brille für Sarjana Tamang finden konnten. Sarjana hat leider ein völlig verbranntes Gesicht und somit große Probleme mit den Augen. Die linke Hornhaut ist geschädigt und durch den schlechten Lidschluss ist die Benetzung der Augen gemindert. Mit der Brille sieht sie nun viel besser. Es war nicht leicht, eine Fassung zu finden, die auf ihrer Nase gut sitzt. Sie liebt rosa und pink. Es war ganz großartig, dass Theresa ein paar Fassungen aus Deutschland im Gepäck hatte, von denen Sarjana eine Brille spontan gut gefallen hat. Sie trägt ihre Brille jetzt sehr gerne. Darauf sind wir stolz.

Hier möchten wir Shristi Majhi vorstellen. Shristi war der Auslöser dafür, dass wir unsere Vision-Testing-Aktion in Nepal auf die Beine gestellt haben. Im letzten Jahr ist uns Shristi aufgefallen, da sie ein gebrochenes Brillenglas hatte. Wir haben uns gleich darum gekümmert, dass sie ein neues Glas bekommt. Als wir die Brille beim Optiker ausmessen und feststellen, dass sie auf dem rechten sowie dem linken Auge -3.00 dpt. trägt, wurde uns klar, dass hier in Sachen Brillen auch andere Regeln gelten. Bei stärkerem Nachfragen mussten wir feststellen, dass es mit dem Ausmessen der Augen in Nepal nicht so ernst genommen wird.  Das war der Anstoß selbst aktiv zu werden, denn Augen ausmessen, das können wir … und schon kam alles ins rollen. Wir danken Dir, liebe Shristi, denn Dein gebrochenes Brillenglas hat viele Deiner Mitschüler besser sehend und damit glücklicher gemacht.

Auch im nächsten Jahr werden wir wieder nach Nepal reisen, um die Kinder zu unterstützen. Wenn auch Sie gerne etwas gutes tun und eine Organisationen unterstützen möchten, bei der die Hilfe direkt ankommt, freuen wir uns natürlich, wenn Sie ebenfalls das Bright Horizon Children´s Home unterstützen. Volker Meyer und Gabi Wutschke stehen dafür, dass diese Hilfe ankommt und wirklich sinnvoll verwendet wird. Alle Informationen, zu dem was Sie tun können, finden Sie hier. 

 

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Auch wenn wir jetzt schon wieder in Deutschland sind, sind wir Euch noch einige Berichte schuldig. Es war für uns in Nepal so spannend, dass wir doch wenig Zeit gefunden haben, alle Bericht zeitnah zu schreiben. Das holen wir jetzt nach.

Der Optiker hat jetzt zu tun – Freizeit für uns

Während der Zeit, in der die Brillen für alle Kinder und die Mitarbeiter des Bright Horizon Children´s Home gefertigt werden, ist für uns die beste Gelegenheit, in die Berge zu gehen, um das Land, die Menschen und die Kultur von Nepal näher kennen zu lernen.

Ziel ist das Langtang-Gebiet ca. 120 km von Kathmandu in nördlicher Richtung an der tibetischen Grenze. Das bedeutet für uns, 8 Stunden im Auto ordentlich durchgerüttelt zu werden. Die Straßen sind wirklich unvorstellbar. Leider mussten wir sogar 4 Stunden vor dem Ziel auf den Bus umsteigen, da unser Fahrer einen Checkpoint nicht passieren durfte.  Er hatte das falsche Kennzeichen. Ja, wir sind hier in einem Land, in dem vieles staatlich geregelt ist und diese Regulierungen häufig völlig unsinnig sind, dazu vieles Notwendige jedoch nicht geregelt ist oder nicht umgesetzt wird. Das ist Nepal. Wir nutzen die Umstiegspause, um uns umzusehen und festzustellen, dass wir 100 Jahre zurückgefahren sind. Das Mehl wird durch Wasserkraft gemahlen und die Bügeleisen sind tatsächlich aus Eisen.

Unser Startort ist Syafrubesi  (1420m), was die Nepali als “Sherpabesi” aussprechen. Wegen der späten Ankunft übernachten wir hier in einem einfachen Hotel und starten am nächsten Morgen. Für uns geht es an drei Tagen von 1420 Meter auf 4033 Meter hoch. Ein wunderschöner Weg durch ein tiefes und enges Tal mit einem schönen Gebiergsfluß und gigantischen Bergen.

Unsere Gruppe besteht aus Passang, unserem Guide, zwei Trägern, Aite und Jite sowie Theresa, Gabi und Volker. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns die Hilfe der Träger nehmen. Eigentlich sollte es für Touristen normal sein, dass man sich diese Begleitungen bucht. Die Träger und Führer verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt und es ist sozusagen ein ganz normaler Beruf. Leider haben wir immer wieder Touristen gesehen, die sich diese Unterstützung nicht genommen haben, obwohl es für jeden Europäer erschwinglich ist.

Für uns geht es gefühlt nur nach oben.

Wir übernachten immer wieder in sehr schönen, wenn auch einfachen Lodges, wandern auf dem Hauptverbindungsweg, vorbei an wunderbaren Menschen, die hier im Tal leben. Alle Dinge, die gebraucht werden, kommen zu Fuß auf dem Rücken der Menschen oder auf Mulis den Berg hinauf. Straßen oder Seilbahnen gibt es nicht.

Immer wieder begegnen wir “Transportunternehmern” die mit ihren Mulis erstaunlich schnell unterwegs sind und wirklich alles transportieren, was für uns denkbar ist. Überaus erstaunlich waren drei Herren, die Glasscheiben auf dem Rücken hatten, jeweils etwa 60kg. Die Herren sind tatsächlich in Flip-Flops gelaufen. Wir hatten gefragt, bis wo hin sie laufen: nach Langtang und das in der gleichen Zeit, wie wir es machen!!!! unglaublich!!!

Kurz nach dem bekannten “Lama-Hotel”, einer Ansammlung verschiedener Lodges, sehen wir Affen am Wegesrand. Es sind die ersten Affen, die wir (Gabi und Volker) in freier Wildbahn erleben. Die Mittags-Rast verbringen wir in der “Woodland-Lodge”. Der letzte Punkt mit Telefonverbindung runter ins Tal. Das Mobilfunknetz ist hier oben nicht mehr verfügbar.

Nach der Woodland Lodge öffnet sich das Tal, der Wald tritt zurück und gibt den Blick auf die mächtigen und beeindruckenden Berge frei. Wir passieren den Checkpoint des Nationalparks – ja, hier wird alles registriert, denn wir sind direkt an der tibetischen Grenze. Wir lassen die 3000 Meter unter uns. Die sich öffnende Landschaft ist für uns ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, da die Dimensionen viel gewaltiger werden, die Farben intensiver und die Luft spürbar dünner wird. Unser Ziel ist an diesem Tag Langtang, was wir in der Ferne schon erahnen können.

Langtang

Langtang ist ein kleines Dorf, nach dem dieses Tal benannt wurde. Es hatte im Jahr 2015 beim Erdbeben ein tragisches Schicksal. Durch einen Erd-, Schlamm- und Gletschereisabrutsch wurde das gesamte Dorf unter einer riesigen Gerölllawine verschüttet. Über 500 Menschen haben ihr Leben verloren. Für uns ein sehr bedrückendes Gefühl, da wir über diese Gerölllawine laufen mussten, im Bewusstsein, dass dort die Menschen bergaben sind. Noch heute – drei Jahre nach dem Beben – rutscht dieses Geröll ständig zusammen, weil das Eis, das immer noch unter dieser Lawine liegt, in dieser Höhe nur langsam schmilzt. Im Tal laufen wir an Ruinen vorbei, es sind Häuser, die von der Druckwelle zerstört wurden, die der Erdrutsch ausgelöst hatte. Man bekommt einen Eindruck, mit welcher Macht die Natur bei dieser Katastrophe zugeschlagen hat.

An diesem Tag steigen wir auf 3420 Meter. Die Luft wird dünner und Passang empfiehlt uns gelbe Beeren zu essen – quasi das RedBull der Sherpa. Es hilft gegen die Höhenkrankheit. Wir schlafen in dieser Nacht im Marigold Guesthouse durch die ungewohnte Höhe recht unruhig, hören den Mäusen, die in den Holzwänden laufen zu, aber erholen uns gut.

Am nächsten Tag haben wir nur noch eine Strecke von knapp 3 Stunden vor uns, um nach Kyanjin Gompa zu gelangen. Das Ziel unserer Tour. Dort wollen wir hoch auf den Berg, um die 4000 Meter zu erreichen. Wir laufen das Tal entlang, an schönen buddhistischen Stupas vorbei und ewig langen Steinwällen, die mit Mantras verziert sind.

Für uns völlig überraschend gibt es in Kyanjin Gompa eine Bäckerei, die ganz fantastischen Kuchen hat. Eine tolle Abwechslung nach vielen Tagen Dalbath und MasalaTee.

Gestärkt mit Kaffee und Kuchen geht es zu unserem “Höhepunkt” auf über 4000 Meter und wir genießen den Ausblick auf die höchsten Berge die wir jemals so nah und so direkt erlebt haben.

Am Morgen sind der Boden und die Bäche gefroren. Diese Kälte spüren wir nachts sehr deutlich und sind froh um unsere guten Schlafsäcke. Auch in den Lodges ist es eisig kalt. Abendessen in Daunenjacke ist normal. Unseren Rückweg führt uns noch an ein Buddhistisches Kloster.

Wir gehen den Rückweg dann etwas schneller und genießen die vielen Menschen und die tolle Landschaft, die wir erleben dürfen bis wir zurück in “Sherpa Besi” sind und unsere Träger bei einem gemeinsamen Abendessen verabschieden.

Nach einer erholsamen Nacht im Buddha Guest House geht es am nächsten Morgen in 8 Stunden mit dem Jeep zurück nach Kathmandu. “We make travel fun” – ein wahrhaft treffender Werbeslogan auf einem Bus. Diesmal haben wir das richtige Kennzeichen auf dem Auto und müssen nicht auf den Bus umsteigen, zum Glück. Zurück in Kathmandu sind wir gespannt, ob unsere Brillen schon alle fertig sind.

Wir freuen uns drauf die Kinder am Bright Horizon Children´s Home wieder zu treffen.

 

Gutes Sehen für eine bessere Zukunft – Brillen für Nepal. Eine Sehtest-Aktion in Kathmandu bei der wir Kinder vom Bright Horizon Children´s Home mit Brillen und gutem Sehen versorgen. Für mehr Informationen zu diese Aktion klicken Sie hier.  Die Übersicht zu unserem Nepal-Blog finden Sie hier. 

Mit reichlich Verspätung – wir waren ein paar Tagen in den Bergen unterwegs – kommt hier unser nächster Blog-Beitrag zum Vision Testing:

Tag 4 unserer Vision Testing-Aktion startet wieder früh am Morgen direkt nach dem Frühstück. Eigentlich dachten wir, dass wir so gut wie alle Kinder und die Mitarbeiter untersucht haben  aber es kommen immer noch mehr Kinder und auch Lehrer, die über das Wochenende nicht an der Schule waren. Uns läuft langsam die Zeit davon. Als alle Kinder untersucht waren, mussten wir aufhören, damit noch genug Zeit für den Optikerbesuch blieb. Theresa lebt in Klagenfurt und hat von ihrer Chefin Ines Hrassnig bei Optik BUFFA glücklicherweise eine Kiste mit Kinderbrillen mitbekommen. Wir waren sehr glücklich über diese Brillen (vielen Dank hierfür!). Es waren alles neue Kinderbrillen, die wirklich sehr schön sind. Da aber vor allem die größeren Kinder Brillen brauchten, konnten wir im Moment nur ca. 10 Kinder mit diesen Kinderbrillen versorgen. Auch hier haben wir uns etwas vertan, da wir bei unserer Aktion vor allem an Kinderbrillen gedacht haben,  es sich dann aber herausstellte, dass doch vor allem die Jugendlichen Brillen benötigen. Diese Erkenntnis ist für unseren nächsten Nepalbesuch im Jahre 2019 schon notiert! Mit diesen 10 Brillen konnten wir aber schon einmal die Kinder der unteren Klassen direkt an der Schule versorgen. Die restlichen 30 Kindern wurden dann in zwei Touren zum Optiker gefahren und dort ging dann die große Brillenauswahl los. Runde Brillen waren absolut im Trend und jedes Kind konnte sich doch recht schnell entscheiden. Wir waren sehr begeistert wie mühelos und zügig sich alle für eine passende Fassung entschieden haben. 3 bis 5 Kinder haben zusammen in dem sehr, sehr kleinen Verkaufsraum zeitgleich Brillen ausgesucht und der Rest hat vor dem Shop gewartet und das Treiben interessiert beobachtet. Nachdem auch für das letzte Kind eine Brille ausgesucht war, hat der Optiker das Lädchen geschlossen und wir sind zu der Werkstatt gefahren. Das war Volker und Asu doch sehr wichtig, da sie sehen wollten, wie die Brillen gefertigt werden. Theresa war leider krank und konnte nicht mitkommen. Sie hat sich in der sehr kalten und dunklen Halle,  in der wir die Kinder untersucht haben, total erkältet.

Wir hatten alle eine richtige Werkstatt vor Augen, aber auch hier wurden wir, wie so oft, überrascht. Die Werkstatt bestand aus einem Handschleifstein, der in der Ecke eines “Garagenladens” stand. Außer Handschleifstein und Scheitelbrechwertmesser gab es kaum Geräte. Einstärkengläser hatte der Optiker auf Vorrat und Volker konnte mit ihm über die Gläser, Beschichtung und Einarbeitung sprechen. Das Thema der Pupillendistanz (also Augenabstand) wurde natürlich angesprochen und es stellte sich heraus, dass hier in Nepal die Gläser einfach irgendwie eingeschliffen werden, ganz nach dem Motto: Hauptsache das Glas passt rein. Der Optiker war aber sehr interessiert an etwas Theorie und Volker hat ihm erklärt, wie man die Pupillendistanz misst und die Gläser dann entsprechend einschleift (Anm. d. Redaktion: Optische Gläser besitzen einen optischen Mittelpunkt, welcher mit der Pupillenposition übereinzustimmen hat). All das hat auch sicherlich 2 Stunden gedauert. Am Schluss haben wir ihm dann noch einen Massstab zur Augenabstandsmessung da gelassen und hoffen nun, dass die Brillen mit der richtigen Zentrierung eingeschliffen werden. Jetzt war unsere Hauptarbeit erst einmal getan und wir fuhren mit einer weiteren Erkenntnis zurück an die Schule: Die lokalen Optiker haben immensen Bedarf an theoretischem Wissen, dies haben wir ebenfalls notiert als neue Projektidee für 2019 (ihr merkt, es wird nie langweilig ;)).

Gegen 17 Uhr sind wir dann wieder zurück an der Schule. Wir haben also noch eine gute Stunde Zeit bis zum Abendessen. Der Schulhof ist leergefegt und wir finden die Kinder in den Klassenräumen. Dort wird zusammen Hausaufgaben gemacht. Wir sind doch sehr erstaunt und positiv überrascht wie ruhig alle vor sich hin arbeiten. In nur wenigen Räumen ist ein älterer Schüler, der selbst arbeitet und dabei die Kinder beaufsichtigt. Alle sind konzentriert in ihre Arbeit vertieft und ihre Arbeit wird nur kurz durch unseren Besuch unterbrochen. So besuchen wir 4 Klassenräume und in jedem erwartet uns das gleiche geordnete Bild. Zum Schluss statten wir noch den kleinen Kindern in der Pre-school einen Besuch ab. Auch hier erst geordnetes Spielen aber als wir dann den Raum betreten ist kein Halten mehr bei den Kleinen. Wir sind schnell von lachenden Kindern umringt und alle freuen sich sehr über die kleine Abwechslung und unseren Besuch. Es wird gesungen und getanzt und alle freuen sich über die Bilder und die kleinen Filmchen, die Volker macht. So haben wir uns die Zeit bis zum Abendessen vertrieben. Am nächsten Morgen fahren wir dann nach Kathmandu, um von dort aus unsere Trekkingtour durch das Langtang-Tal zu starten.

 

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In einem Land, in dem für uns selbstverständliche Dinge – gutes Sehen und vernünftige Brillen – nicht üblich sind, kann sich eine Sehtest-Aktion ganz schnell ausdehnen. Jetzt haben wir neben den ganzen Kindern in der Schule auch den vollständigen Stuff  – also die Belegschaft – durchgemessen. Am Bright Horizon Children´s Home arbeiten neben den vielen Lehrern zahlreiche Kräfte, die für das Wohl der Kinder da sind. Das Küchenpersonal, der Gärtner, Security Guard, Hausmeister und natürlich die Boys- and Girls-Aunty.  Das sind ganz liebe “Mütter und Väter”, die in den Häusern bei den kleinen Kindern wohnen und für sie sorgen. Den Kleinen muss noch viel gezeigt werden, das Waschen, das Anziehen und die ganzen anderen Dinge sind, die man eigentlich von seinen Eltern lernt und mitgegeben bekommt.

All diese Personen sind auf unsere Vision-Testing-Aktion aufmerksam geworden und wir haben natürlich nicht Nein gesagt und sie alle durchgemessen. Plötzlich sitzt dann jemand vor Dir, der nicht Lesen und Schreiben kann. Das war eine ganz neue Erfahrung. Eine Augenprüfung mit jemandem, der zudem nicht deine Sprache spricht, dessen Antworten übersetzt werden. Du nimmst dann Sehzeichen, die nicht Zahlen oder Buchstaben sind, sondern sogenannte E-Haken. Aber siehe da, das funktioniert ganz hervorragend auch in Nepali.

Warum will jemand der nicht Lesen und Schreiben kann, eine Lesebrillen?

Die Frage kam mir dann ganz schnell in den Sinn. Doch das klärt sich genauso schnell auf. Hier geht es um Nähen und Handwerken. Gerade für diese Sachen muss man gut sehen. Uns wurde in dieser Situation bewusst, dass hier in diesem Land, Lesen und Schreiben nicht selbstverständlich ist. Die Frau, die ich auf dem Bild durchmesse ist gerade einmal sechs Jahre älter als ich und es waren einig in meinem Alter, die nicht Lesen und schreiben konnten. Es hat uns wieder gezeigt, wie unglaublich wertvoll das Bright Horizon ist, denn auch heute noch, gehen hier in Nepal nicht alle Kinder zur Schule. Das haben wir leider bei unserem Besuch beim Optiker erfahren müssen. Doch dazu mehr in Kürze.

Ungeahnte Dankbarkeit und Begeisterung für gutes Sehen.

Es ist ein ganz tolles Gefühl, wenn man jemandem, der lange Zeit nichts mehr in der Nähe gesehen hat, zeigen kann, dass es möglich ist, wieder kleine Dinge zu erkennen. Für uns ein unglaubliche Sache, weil es für uns selbstverständlich ist. Aber für diese Menschen war es wirklich eine sehr positive Überraschung, dass sie wieder sehen können.

Das sind sie, die tollen Momente, die wir hier erfahren.

 

Gutes Sehen für eine bessere Zukunft – Brillen für Nepal. Eine Sehtest-Aktion in Kathmandu bei der wir Kinder vom Bright Horizon Children´s Home mit Brillen und gutem Sehen versorgen. Für mehr Informationen zu diese Aktion klicken Sie hier.  Die Übersicht zu unserem Nepal-Blog finden Sie hier. 

Heute ist Tag 3 der Vision-Testing Aktion und der Bericht kommt von mir, Gabi. Die anderen Drei sind einfach viel zu beschäftigt, um den Blog zu schreiben. Ich kann Euch sagen, Volker, Theresa und Asu haben alle Hände voll zu tun und wir sind am Abend immer wieder am Überprüfen, ob wir im Zeitplan liegen. Vorgesehen sind 3 Tage, an denen die Kinder vom Kindergarten bis zur 10. Klasse sowie die Lehrer und die Angestellten hintereinander untersucht werden sollen. Mit den Kleinen mussten natürlich andere Tests durchgeführt werden als mit den Großen, da sie noch keine Buchstaben und Zahlen lesen können. Dank einer speziellen Tafel, die es natürlich auch in Deutschland gibt, hat das ganz wunderbar geklappt. Bisher haben wir ca. 35 Kinder identifiziert, die neue Gläser oder eine Brille benötigen und heute werden sicherlich noch einmal eine ganze Reihe weitere Brillenkandidaten dazukommen. Bei ein paar Kinder wurde festgestellt, dass es ratsam wäre, eine Sonnenbrille zu tragen. Sie hatten Probleme mit trockenen und tränenden Augen (könnt ihr das noch etwas umschreiben – nein, das ist schon gut so. Anm. die Redaktion ;-)). Dies kommt natürlich hier in einer Höhe von ca. 1100 Meter über Meeresspiegel öfter vor als bei uns.

Bevor wir aber mit den Sehtests starten konnten, mussten erst einmal unsere 4 Stationen eingerichtet werden, die die Kinder durchlaufen sollen. Station 1 betreue ich zusammen mit jemandem von der Schule. Hier bekommt jeder seinen eigenen Laufzettel auf dem alle Daten, die gemessen werden, aufgenommen werden. Ganz oben starten wir mit den Grunddaten wie Name, Klasse, Admin-Nummer, Jahrgang, Brillenträger ja /nein. Von jedem Kind wird auch ein Foto gemacht, dessen Nummer wir ebenfalls notieren. So haben wir zu jedem Gesicht auch den Namen. Für uns eine tolle Gelegenheit, die doch sehr ungewohnten Namen zu lernen. Das fühlt sich manchmal fast an wie Vokalen lernen. Tensing, Pasang, Tashi, Shristi, Furnima, Pooja, Nedra, Sudip und Rumid sind Namen, die wir schon super drauf haben aber es gibt noch viele andere, die wir lernen müssen. Von den Nachnamen will ich hier gar nicht sprechen. Das immer wieder die richtigen Kinder vor der Tür stehen wird ganz wunderbar im Hintergrund organisiert. Es sind meistens nicht mehr als 10 Kinder im Raum. Station 2 wird die meiste Zeit von Asu betreut. Hier muss recht viel gesprochen werden und Asu als Nepalesin ist hier eine wunderbare Hilfe. Sie überprüft die Funktionalität der Augen und fragt auch nach eventuellen Sehproblemen und macht somit die erste Anamnese. An dieser Station werden auch die Werte von alten Brillen ausgemessen und der Augenabstand (die PD) gemessen. Asu schreibt alles auf unseren Laufzettel auf. Nach dieser Station geht es zu Theresa, die Station 3 betreut. Theresa überprüft mit einem spezielle für Kinder ausgerichteten Autorefraktometer 2x die Sehstärke, da wir so die Wahrscheinlichkeit von Ungenauigkeiten ausschließen möchten. Volker hat dieses Gerät extra für diese Aktion gekauft und es macht meistens gute Dienste. Manche Augen sind zu klein oder zu dunkel, da hat das Gerät dann so seine Probleme die Stärke zu messen. Auf den Bildern seht ihr das Gerät. Die Kinder müssen auf ein lachendes Gesicht schauen. Am Anfang hat Theresa immer auf Englisch gesagt. Have a look to the smile … die Kinder haben dann immer selbst angefangen zu lachen, was sehr süß war. Das hat sie eine Weile genossen, dann aber doch gesagt have a look to the nose. Therese filtert mit diesen ersten beiden Messungen schon einmal viel raus. Ab hier hat man ein gutes Gefühl, ob ein Kind eine Brille benötigt oder ob die Wahrscheinlich groß ist, dass es keine Brille braucht. Auch hier wird alles notiert und es geht weiter zu Volkers Station 4. Hier werden die Augen noch einmal richtig mit Messbrille überprüft und die exakte Sehstärke wird ermittelt. Ab hier haben wir dann 3 Stapeln an Zettel. Auf Stapel 1 werden alle Zettel von den Kindern gelegt, die keine Brille benötigen. Stapel 2 ist für die Kinder, die ebenfalls zur Zeit noch keine Brille benötigen, deren Werte wir aber im Auge behalten wollen. Auf Stapel 3 legen wir dann alle Zettel, deren Kinder am Montag mit zum Optiker kommen müssen und die neue Gläser und eine neue Brille benötigen.

Wollt Ihr wissen, wie so ein Tag für uns aussieht? Morgens gibt es um 0815 Uhr Frühstück. Volker und ich kommen eigentlich ganz gut aus dem Bett raus und wir haben bisher immer an dem gemeinsamen Frühstück teilgenommen. Theresa und Asu schlafen meistens etwas länger und nehmen dann auch schon einmal nur ein kurzes Frühstück in unserer wunderbaren Wohnung ein. Wir Vier wohnen während der Zeit, an der wir am Bright Horizon sind, in Marlies Kornfelds Wohnung, die sie hier auf dem Schulgelände hat. Marlies ist die wunderbare Frau, die diese Schule im Jahr 2000 mit sehr viel Herzblut gegründet hat. Von unserer Wohnung aus, die eine große Terrasse hat, hat man einen wunderbaren Blick auf das Schulgelände und auf Kathmandu. Morgens stehen wir meistens erst einmal ein paar Minuten mit einer ersten Tasse heißem Tee auf dem Balkon und lauschen den fremden Geräuschen, genießen das schöne Morgenlicht und den Blick auf Kathmandu, schauen den Menschen zu, wie sie die Straße hochgelaufen kommen und beobachten natürlich die ersten Kindern, die schon vor dem Frühstück auf dem Schulgelände Fußball oder Basketball spielen. Um 0815 Uhr läutet dann die Glocke zum Frühstück. Bevor wir zum Frühstück gehen laufen wir meistens noch einmal an dem großen Platz vorbei, wo die Kinder Fußball oder Basketball spielen bevor es zum Frühstück geht. Wir hatten in unserem früheren Berichten schon einmal erwähnt, dass die Schüler in 2 Schichten das Essen einnehmen. Als erstes sind die Kleinen an der Reihe und dann nehmen die großen Schüler ihr Essen ein. Nach dem Frühstück gegen 0900 Uhr starten wir dann mit den ersten Messungen. Schon nach den ersten Messungen waren die Drei wunderbar eingespielt. Kommt es an einer Station einmal zu einem Stau wird improvisiert und jemand übernimmt eine andere Station und wir eröffnen eine weitere Augenprüfstation, an der wir genau die Augenstärke überprüfen können. Wenn es sich staut, kommt es an dieser 4. Station zu einem Engpass. Am Vormittag bekommen wir dann unseren ersten Tee, der wunderbar guttut. Um 1200 gibt es dann auch schon wieder Mittagessen. Direkt nach dem kurzen Mittagessen geht es mit den Messungen bis zur Teepause für die Kinder weiter. Gegen 16 Uhr gibt es Tee und ein paar Kekse für die Kindern. Diese schöne Unterbrechung am Tag will natürlich keines der Kinder verpassen und auch wir legen hier noch einmal eine kurze Pause ein. Danach geht es dann bis zum Abendessen weiter.

Am Freitag haben wir nach dem Abendessen noch einmal die kleineren Jungs in ihrem Haus besucht. Auf dem Schulgelände gibt es drei Wohnhäuser für die Kinder. Eins für die kleinen Jungs (bis Klasse 6), eins für die kleinen Mädchen und ein großes Haus, in dem auf der einen Seite die großen Jungs und auf der anderen Seite die großen Mädchen wohnen. Das Haus für die größeren Kinder, in dem sich auch Klassenräume befinden, wurde durch die sehr großzügige Spende von Ronald Gerns und seiner Frau Dr. Gabriele Dilla-Gerns im Jahr 2007 erbaut. Ronald Gerns ist Vorsitzender des deutschen Vereins und er ist auch im Vorstand der Schweizer Stiftung. Er und seine Frau Gabriele Dilla-Gerns unterstützen die Schule schon seit Jahren nicht nur finanziell, sondern auch durch ihre Arbeit im Vorstand sehr stark. Jetzt aber zurück zu unserem Besuch des Jungenhauses. Hier hat uns beste Wochenendstimmung erwartet. Die Jungs haben einen Tanz einstudiert und alle haben sich wahnsinnig über unseren Besuch gefreut. Die Musik wurde aufgedreht und das was bisher einstudiert war, wurde stolz vorgeführt und danach wurde lustig weiter getanzt. Volker und ich musste natürlich auch mittanzen und Asu hat einen wunderbaren nepalesischen Tanz vorgeführt. Wir hatten alle so viel Spaß und es war so schön zu sehen, wie die Jungs so toll zusammenleben. In jedem Zimmer stehen 8 Stockbetten. Jedes Kind hat natürlich sein eigenes Bett und damit sein eigenes kleines Reich. In dem Schlafraum gibt es dann noch Schränke, in dem jedes Kind sein eigenes Fach hat. Mehr Gegenstände gibt es nicht auf den Zimmern und auch nicht mehr Privatsphäre. Aber es scheint alles gut zu funktionieren. In den drei Jahren, in denen wir die Schule besucht haben, haben wir immer mehr festgestellt, dass eigentlich bis auf wenige kleine Gegenstände wie eine Armbanduhr oder ein kleines Schmuckstück fast alles sozialisiert wird und alles allen gehört. Großen eigenen Besitzt gibt es hier nicht und daher sollen Sponsoren auch keine speziellen Geschenke für die Kinder mitbringen sondern lieber etwas für die Allgemeinheit kaufen. Im ersten Jahr hat es sich erst etwas komisch angefühlt, an die Schule zu kommen und unseren Patenkindern kein besonderes Geschenk mitzubringen. Aber jetzt verstehen wir sehr gut den Sinn dahinter und wissen, dass es den Kindern auch ohne unser Geschenk an nichts fehlt. Samstags und sonntags haben die Kinder keine Schule und die Jungs durften also bis 2100 Uhr wach bleiben. Wir selbst sind schon um 2030 Uhr gegangen, da wir wie immer abends schlagskaputt waren. Am Samstagabend haben wir dann die Mädchen besucht. Ich glaube ähnlich wie in Deutschland, waren die Mädchen viel braver und nicht so aufgedreht. Sie saßen alle brav auf ihrem Bett und lasen in englischen Schulbüchern. Hier haben wir etwas Zeit verbracht und ein bisschen geredet und uns dann auch hier recht früh verabschiedet. In unserer Wohnung angekommen gab es dann noch etwas zu Trinken und ein paar Kekse und dann sind auch wir wieder recht früh ins Bett gegangen.

 

Das Schreiben meines Berichts wurde übrigens immer wieder von Ankit unterbrochen, der unbedingt seinem Sponsor einen Brief schreiben wollte. Er redet viel von seinem Sponsor und seine Augen leuchten und er ist immer sehr glücklich, wenn er von Eva spricht. Er hatte schon einen Brief auf Papier vorgeschrieben wollte aber, dass wir ihn noch einmal auf dem Computer abschreiben und dann unbedingt per Email mit ein paar Bildern verschicken, die wir von ihm gemacht haben. Es ist wirklich süß, die leuchten Auge zu sehen, wenn die Kinder von ihren Sponsoren sprechen. Um so trauriger ist es aber auch, dass immer noch sehr viele Kinder schon seit einiger Zeit keinen Sponsor haben. So z. B. auch Nedra. Ein wunderbarer Junge, den wir vor 2 Jahren das erste Mal getroffen haben und der uns sehr ans Herz gewachsen ist. Im Jahr 2016 war er immer unser Sorgenkind. Er schaute oft recht traurig und hat nicht so einen rundum glücklichen Eindruck gemacht, die Ausgelassenheit der anderen Kinder haben wir an ihm vermisst. Im Jahr 2017 haben wir dann einen völlig neuen Nedra wiedergetroffen. Er hat sich zu einem glücklichen Jungen entwickelt, der rundum zufrieden schien. Wir haben natürlich die Lehrer auf ihn angesprochen und sie haben uns erzählt, dass Nedra ein wundes Schienbein hatte, als er an die Schule kam. Man sieht auch heute noch die große Narbe. Das hat ihn immer etwas behindert und es scheint ein Grund gewesen zu sein, warum er so traurig war. Im Jahr 2017 hat der kleine Nedra dann sogar mit den großen Basektball gespielt. Die Schule ist mit ihm zum Arzt gegangen und das Bein wurde richtig behandelt. Heute ist es eine so große Freude ihn zu sehen. Er ist ein ganz cleverer Junge. Wir treffen ihn auch immer wieder an, wie er auf seinem Bett mit den Schulbüchern sitzt. Mit ihm können wir uns auch ganz hervorragend auf Englisch unterhalten. Heute lacht er viel und wir haben ihn über die Jahre sehr ins Herz geschlossen. Hier finden Sie mehr zu den Patenschaften und zur Unterstützung der Organisation des Bright Horizon Childrens Home. 

So, in der Zwischenzeit gehen wir die Endrunde. Alle Kinder wurden untersucht und jetzt wollen wir noch die Angestellten untersuchen. Volker strengt die ganze Aktion ganz schön an. Er muss sich höllisch konzentrieren und die Kommunikation ist nicht immer ganz so einfach. Bei einigen Kindern ist er sich auch nicht so sicher, ob sie wirklich die richtigen Angaben machen. Zum Glück kann er dies immer wieder gegenprüfen aber das braucht alles Zeit und seine höchste Konzentration. Ich glaube alle drei sind ganz froh, wenn alle untersucht wurden und noch glücklicher werden sie sein, wenn alle in ca. 1 Woche die neuen Brillen bekommen und dann hoffentlich auch alle gut sehen können. Einige Kinder hatten schon Brillen. Die meisten haben ganz gut gesessen aber es gab auch Kindern, da war es wirklich schrecklich anzusehen, wie schlecht die Brille gesessen hat. Da kann Brilletragen ja keinen Spaß machen, wenn sie einem permanent von der Nase rutscht oder man mehr drüber als durch die Brille schaut.

Unser Ergebnis. Über 250 durchgeführte augenoptische Untersuchungen. Jetzt müssen wir 55 Brillen anfertigen (erheblich mehr, als ich dachte) und fünf Kinder müssen unbedingt zum Augenarzt. Ganz viele Brillen waren von den Werten einfach falsch. Teilweise sogar zu stark. Wir haben viele Tränen erlebt, teilweise weil die Kinder keine Brille wollten aber auch ganz viele Freudentränen, die glücklich sind, endlich eine neue Brille zu bekommen und sie sich selbst aussuchen zu dürfen.

Jetzt ist es für Morgen unsere Aufgabe 55 Brillen zu „verkaufen“ und anzupassen. Wir freuen uns darauf.

 

Bei einer Reisezeit von 20 Stunden und einem Stopover im Muskat von 6 Stunden bleibt genügend Zeit, Weiterlesen

Herzlich willkommen auf unserem Nepal Blog.

Am 15.11.2018 machen wir uns auf den Weg nach Nepal zu unserer “Mission for good Vision”. Dann werden wir hier über das vision-testing an der Schule des Bright Horizon Children´s Home berichten. Weiterlesen